Geschichte des Spielmannszuges der Feuerwehr Beckum



Das offizielle Gründungsdatum des heutigen Zuges ist der 27.06.1949. Damals trafen sich mehrere Mitglieder der Feuerwehr und Musikinteressierte im Hotel Jürgens "Zum Goldenen Engel" an der Nordstraße, um eine neue Musikgruppe ins Leben zu rufen. Das Hotel Jürgens stand an der Stelle des heutigen Modehauses Brüggemann und beherbergte neben dem Hotelbetrieb seitlich zur Rosengasse hin den sogenannten Unterstand, eine Kneipe, die dem Spielmannszug in den Folgejahren oft als Treffpunkt diente. Wirt und Besitzer des Anwesens war der Wehrführer der Freiw. Feuerwehr, Rudi Jürgens.

Vereinslokal Rudi Jürgens

Folgende Kameraden waren bei der Gründung anwesend:
Rudi Jürgens, Wehrführer
Heinrich Beckmann
Josef Gödde
Tönne Hohenhorst jun.
Heinz Klespe
Heinz Harhoff
Siegfried Reinke
Josef Wering
Theo Fröchte
Bernhard Kröger
Bernhard Liekenbröcker


Nachdem man sich einig war, einen neuen Spielmannszug zu bilden, begann man Instrumente zu besorgen. Hier mussten gebrauchte Trommeln, die noch mit Naturfellen bespannt wurden, genügen. Den ersten Auftritt absolvierte die neue Truppe auf dem Marsch durch die Stadt zur Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Beckum, im Jahre 1950. Das Repertoire umfasste damals drei Musikstücke. Geübt wurde anfänglich an vielen verschiedenen Orten, hier sei der Steigerturm an der Hühlstraße, das Feuerwehrdepot am E-Werk an der Sternstraße und das Gymnasium an der Schillerstraße, heute AOK Einsteinstraße, genannt.Tambourmajor und Ausbilder war in den ersten 3 Jahren Bernhard Liekenbröker, ein Polizeibeamter, der seinen Dienst bei der Kreispolizeibehörde Beckum versah. Er war ein alter Militärmusiker, der schon bei der Reichswehr als Tambourmajor tätig war. Leider wurde er 1953 versetzt, was wohl mit einem Zwischenfall beim Schützenfest in Sünninghausen, zu dem der Spielmannszug verpflichtet war, in Verbindung gebracht werden muß.

Zapfenstreich 1953 zum 75-Jubiläum FFW Beckum

In den Folgejahren entwickelte sich die Gruppe unter der Stabführung von Willy Trampe musikalisch und kameradschaftlich weiter. Ein Höhepunkt des kameradschaftlichen Teils war sicherlich die Stellung des Stadtelferrates im Jahre 1964 mit Stadtprinz Walter Westarp und Hofmarschall Bernhard Kröger, der selbst Mitglied im Spielmannszug war.

Stadtelferrat 1964

Diese Tatsache belegte die große Verbundenheit des Spielmannszuges mit dem Beckumer Karneval, aber auch mit allen Beckumer Vereinen, vor allem den Schützenvereinen. ein fester Bestandteil eines jeden Jahres waren für die Mannen die Schützenfeste in der Püttstadt, hier besonders das Norden - und das Bürgerschützenfest. Das musizieren bei allen Anlässen der Feuerwehr Beckum war und ist dem Spielmannszug immer eine angenehme Pflicht.

Schützenfest Norden 1976

Ende der siebziger Jahre wurde es dann sehr ruhig um die Mannen um Willy Trampe. Man spielte ernsthaft mit dem Gedanken, sich aufzulösen und nahm keine Termine außerhalb der Feuerwehr mehr war. Doch damit wollten sich einige Mitglieder nicht abfinden. Hier sei stellvertretend für alle der spätere Zugführer Bernhard Kröger genannt, der das Ruder herumwarf und junge Leute für die Feuerwehrmusik begeisterte. Nach einem Werbetag an der Antoniusschule befanden sich mit einem mal ca. 15 neue Spielleute bei den Übungsstunden. Mit Meinolf Heim und Willi Gieske konnten neue Ausbilder gefunden werden. An der Spitze des Zuges kam es zu Veränderungen, der langjährige Stabführer Willy Trampe wurde zum Ehrenstabführer ernannt. An seine Stelle trat Meinolf Heim, Bernhard Kröger übernahm das Amt des Zugführers. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte wurde mit der Aufnahme von weiblichen Mitgliedern im Jahre 1988 beschritten. Nun stand der Spielmannszug mit ca. 30 spielfähigen Leuten wieder voll im Leben. Nach dem Tod Bernhard Krögers übernahm Otto Gubbe das Amt des Zugführers. Meinolf Heim wurde von Dirk Raabe und anschließend von Markus Erlenkötter abgelöst.

Bürgerschützenfest 1998

Verbundenheit beweist der Zug auch mit den Partnerstädten Beckums La Celle St.Cloud und Heringsdorf. Auch eigene Freundschaften zu anderen Vereinen entstanden über die Stadtgrenzen hinweg. Zum Beispiel fuhren die Spielleute in den 80er Jahren mehrfach in die Schwäbische Alb nach Bad Urach und in den 90er Jahren nach Tambach-Dietharz in Thüringen. Besonders gute Kontakte pflegt man auch zum Feuerwehrmusikzug Oelde und zum Spielmannszug Clarholz-Heerde. Nach dem 50-jährigem Jubiläum des Spielmannszuges, im Jahre 1999, legte Otto Gubbe sein Amt nach 12 Jahren in jüngere Hände. Zugführer wurde sein langjähriger Stellvertreter Willi Gieske. Der Spielmannszug der Feuerwehr Beckum ist heute auf musikalischem Gebiet eine schlagkräftige Truppe, die aus Feuerwehr und Stadt Beckum nicht wegzudenken ist und in der vor allem Kameradschaft groß geschrieben wird. Ein riesiger Erfolg auf diesem Gebiet war die Tatsache, dass aus den Reihen zum zweiten mal nach 1964, im Jahre 2003, der Stadtelferrat für Beckum mit Prinz Friedhelm Heckmann und Hofmarschall Karl-Martin Hansmeier gestellt werden durfte.

Stadtelferrat 2003



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